Blinde Flecken rechts? Berichterstattung über Rechtsextremismus und rechtes Gedankengut – Podiumsdiskussion am 20. Mai 2015

Bitte anmelden – inzwischen wird es eng.

Zeit: Mittwoch, 20. Mai 2015, 19.30 bis 21.00 Uhr, anschließend Get-together.

Ort: Akademie für Publizistik in Hamburg, Warburgstraße 8-10

Wir bitten alle Interessierten, sich bis per Mail anzumelden. Kirsten Cassau in der Geschäftsstelle des Instituts nimmt die Anmeldungen entgegen: Kirsten.Cassau@wiso.uni-hamburg.de.

ExpertInnen auf dem Podium

Patrick Gensing – Redakteur und Blogger; Tagesschau/publicative.org; Autor von u.a. „Terror von rechts. Die Nazi-Morde und das Versagen der Politik“

Gerhard Kromschröder – Ex-„Stern“-Reporter, recherchierte u.a. undercover in verschiedenen Neonazi-Milieus /Autor von u.a. „Ansichten von innen“, „Als ich ein Türke war“

Wiebke Ramm – Korrespondentin und Gerichtsreporterin; u.a. Berichterstattung über den NSU-Prozess für Zeitungen in ganz Deutschland

Dr. Britta Schellenberg – Politikwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Veröffentlichung u.a.: „Die Rechtsextremismus-Debatte. Charakteristika, Konflikte und ihre Folgen“

 

Impulsvortrag: Prof. Dr. Elke Grittmann, Leuphana Universität Lüneburg, Mitautorin einer aktuellen Studie über die NSU-Morde in der Medienberichterstattung, „Das Unwort erklärt die Untat. Die Berichterstattung über die NSU-Morde – eine Medienkritik“

Moderation: Nea Matzen, Redakteurin bei ARD-aktuell, Fachbuchautorin, 2. Vorsitzende von Pro Journal e.V. und Lehrbeauftragte an unserem Institut

Hintergrund zum Thema Im November 2011 wurde bekannt, dass die Mordserie an neun migrantischen Geschäftsleuten im Zeit- raum von 2000 bis 2006 mutmaßlich von der rechtsterroristischen Organisation „NSU“ verübt worden war. Über elf Jahre hatten die Behörden sich bei den Ermittlungen auf die Opfer und ihr jeweiliges Umfeld konzentriert. Die Medien waren diesen Mutmaßungen weitgehend gefolgt. Seit aufgedeckt wurde, dass der „NSU“ für die Anschlage verantwortlich ist, hat eine breite Debatte über das Versagen der staatlichen Behörden begonnen.

Wie die Studie „Das Unwort erklärt die Untat. Die Berichterstattung über die NSU-Morde – eine Medienkritik“ (2015) festgestellt hat, haben auch die Medien die Frage nach einem rechtsextremen Hintergrund nur vereinzelt aufgeworfen. Nach Bekanntwerden des NSU wurde laut Studie innerhalb der Medien aber durchaus selbstkritisch diskutiert, warum sie ein rechtsextremes Tatmotiv in der Berichterstattung kaum in Erwägung gezogen hatten. Diese Selbstreflexion scheint in vielen Redaktionen zu einer höheren Aufmerksamkeit für die Aufarbeitung der Mordserie geführt zu haben. Journalisten und Journalistinnen scheinen für rechtsextreme Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten sensibilisiert worden zu sein.

Genau darüber möchten wir mit WissenschaftlerInnen und JournalistInnen diskutieren:

– Wie nehmen Journalistinnen und Journalisten das öffentliche Interesse an der Aufarbeitung wahr?

– Haben die Erfahrungen mit der Berichterstattung über die NSU-Morde auch nachhaltig zu einem veränderten Stellenwert des Themas Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt geführt?

– Wie gehen PublizistInnen – etablierte Medien und BloggerInnen – mit den aktuellen rechtsextremen und rassistischen Bewegungen um?

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Autor: Nea Matzen

Journalistin, Redakteurin, Autorin, Dozentin und Trainerin - Seminare: Schreiben fürs Netz, Onlinejournalismus, Recherche, Nachrichten schreiben, Verständlich schreiben - journalist, editor, author, trainer - teaching writing for the web, online journalism, research.